Rüstungsindustrie raus aus der Uni!
Bericht von der Aktion zur Bonding-Messe vom 4.Mai 2010:
Studierende aus Dresden haben bei der heute zu Ende gegangenen bonding Messe im Hörsaalzentrum (HSZ) der TU gegen die Teilnahme etlicher Rüstungsunternehmen protestiert. Die Messe versucht nach eigenen Angaben seit mehr als 20 Jahren Kontakte zwischen interessierten Studierenden und Unternehmen zu vermitteln.
Neben Europas größtem Luft-, Raumfahrt- und Rüstungskonzern EADS und der Diehl Stiftung & Co. KG hatte sich u.a. auch das Bundesamt für Beschaffung und Wehrtechnik für Praktikas vorgestellt. Einer der Geschäftszweige der European Aeronautic Defence and Space Company (EADS) ist die Herstellung von Trägersystemen für Streubomben und die Technologie zum Bau von Atombomben. Die Diehl Stiftung & Co. KG mit Sitz in Nürnberg gehört zu Deutschlands größten Minen Produzenten. Minen sind in Kriegen und Bürgerkriegen weltweit für schwerste Verletzungen und Tote verantwortlich. Die Firma war im vergangenen Jahr gerichtlich gegen eine Zeitung in Bayern vorgegangen, die dem Unternehmen die Produktion von Streubomben vorgeworfen hatte.
Die linke Hochschulgruppe der TU Dresden distanzierte sich von Unternehmen, die Mitverantwortung für Kriegsopfer auf der ganzen Welt tragen und forderte die Universitätsleitung auf, die Zusammenarbeit mit diesen Firmen einzustellen. Gleichzeitig verteilten sie an die Messebesucher kritische Flyer und Waffeln unter dem Motto: “Waffeln statt Waffen”.
Einige der Protestierenden machten mit Sambatrommeln, Sprechchören und Transparenten auf ihr Anliegen aufmerksam und schafften es gegen den handgreiflichen Widerstand des studentischen bonding Personals, ein riesiges Banner mit dem Slogan: “Für Waffen und Profit, die TU Dresden macht alles mit!” zwischen den Säulen im Eingangsbereich des Hörsaalzentrums aufzuziehen. Nach wenigen Minuten rückte die Polizei mit 18 Fahrzeugen an und begann damit, auf dem Unigelände der Sambagruppe die Sticks zu entwenden, Kleidungsstücke zu zerreißen und die Treppe vor dem HSZ abzuriegeln.
Dennoch war das Feedback vieler Studentinnen und Studenten sehr positiv im Bezug auf den Hintergrund des Protestes. Die Bundeswehr versucht seit Monaten in einer Charming-Offensive an Arbeitsagenturen und Bildungseinrichtungen Personal für Kriegseinsätze zu rekrutieren. Eine Übersicht mit den kommenden Terminen findet ihr auf der Seite des bundesweiten Aktionsbündnisses “Kehrt Marsch!”.
Die Broschüre von der Antifaschistischen Linken Berlin (ALB) und DIE LINKE.SDS zu Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht als PDF-Download.
LL-Broschüre

Thor-Steinar-Verbot an der TUD
Der Studentenrat (StuRa) der Technischen Universität Dresden hat sich auf seiner Sitzung vom 8. Januar 2009 mehrheitlich für ein Thor-Steinar-Verbot ausgesprochen. Der Beschluss beinhaltet, dass „Personen, die Kleidung und Accessoires der Firma „Thor Steinar“ tragen der Zugang zu Räumen, Veranstaltungen und Versammlungen der Studierendenschaft der TU Dresden untersagt“. Beantragt hatten das das Referat für politische Bildung des Studentenrats, DIE LINKE.SDS Dresden, die JuSo Hochschulgruppe und die GRÜNE Hochschulgruppe.
Dazu Erik Richter, Studierender an der TU Dresden und Mitglied der Hochschulgruppe DIE LINKE.SDS Dresden: „Der Studentenrat hat mit dieser Entscheidung die Möglichkeit eröffnet, nicht mehr tatenlos zusehen zu müssen, wie Nazis Veranstaltungen einnehmen und stören. Dass Thor Steinar eben keine alltägliche Marce wie Adidas ist, müssten nun auch die letzten einsehen“.
In den letzten Jahren kam es immer wieder zu Übergriffen von Nazis auf Teilnehmer von Veranstaltungen die mit Hilfe des Studentenrats organisiert wurden. Zum Teil wurden dabei auch Menschen verletzt, wie im Dezember 2007 bei einer Veranstaltung mit Oberstaatsanwalt Jürgen Schär. Erik Richter hofft: „ dass sich die Studierenden von diesem StuRa-Beschluss die Augen öffnen lassen, und offen und mutig an ihrer Universität gegen Fremdenhass und Rassismus vorgehen“.
StuRa der TU Dresden:
www.stura.tu-dresden.de
Antifa-Hochschulgruppe an der TU Dresden:
ahsgdd.blogsport.de